Der Schwindel der Windstromer oder „über den Umgang mit Zahlen“

Günther 26. September 2009

Die Bedeutung des Windstromes für die Energieversorgung und den Kampf gegen den Klimawandel wird von der Windkraftlobby stets künstlich aufgeblasen. Man gibt eine Zahl von mit Windstrom versorgten Haushalten an.

So erfuhren wir kürzlich aus Munderfing, die Verbauung des Kobernaußerwaldes mit den beiden Windkraftprojekten „Silventus“ und „Munderfing“ würde die Versorgung von 84% der Haushalte des Bezirkes Braunau mit el. Energie ermöglichen. Klingt ja recht eindrucksvoll.
Nun sehen wir uns die energiewirtschaftliche Bedeutung dieser beiden Projekte einmal etwas genauer an: Wegen der stark schwankenden Windverhältnisse ist eine Versorgung mit Windstrom im engeren Sinn überhaupt nicht möglich, denn dies würde bedeuten, dass der Strom dann bereitgestellt wird, wenn er benötigt wird. Die angeblich versorgten Haushalte wären wegen fehlenden Windes rund 2/3 der Zeit ohne ausreichende Stromversorgung.

Der nächste Fehler liegt in der Annahme des Stromverbrauches je Haushalt. Da wird allgemein mit dem Wert 3500 KWH pro Jahr gerechnet.

Dieser Wert ist aber schon uralt. Laut Statistik Austria sind es mittlerweile leider 4400 KWH.
Die von der Windlobby angegebne Zahl von 84% schrumpft dadurch auf 66% zusammen.
Nun ist es aber völlig witzlos, nur die Haushalte als Stromverbraucher zu betrachten. Da diese nur rund 20% des gesamten Stromverbrauches ausmachen würde der Anteil des Windstromes von 66% auf 13% des Stromverbrauches im Bezirk zusammenschrumpfen.
Für die Emission von Treibhausgasen sind jedoch vor allem fossile Energieträger und damit der Energie-Gesamtverbrauch maßgeblich. Die elektrische Energie hat am Gesamtverbrauch einen  Anteil von 19%. Der Windstrom aus dem Kobernaußerwald würde demnach gerade mal 2,6% des Energieverbrauches des Bezirkes Braunau abdecken. So schrumpfen stolze 84% bei näherer Betrachtung auf lahme 2,6% zusammen. Und das ist zu wenig um unser Naturjuwel Kobernaußerwald der Windverstromung zu opfern. Da könnte ein Vielfaches  durch Effizienzsteigerung und bewusstem Umgang mit Energie eingespart werden. Und das ganz ohne Naturzerstörung und mit wesentlich geringerem Subventionsbedarf.

Anmerkung: In obigem Beitrag wurde die Annahme getroffen das die relevanten Daten des Bezirkes Braunau nicht wesentlich von österreichischen statistischen Durchschnitt abweichen. Eine nach meinem Dafürhalten durchaus zulässige Annahme.

Günther Hertwich

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