Windkraft im Kobernaußerwald wirtschaftlich?

Günther 5. Januar 2010

Der Windpark STERNWIND im Mühlviertel nördlich von Freistadt, auf dem Höhenrücken zur tschechischen Grenze ist der bisher einzige Österreichs in einem Waldgebiet. Er wurde immer als Musterbeispiel dargestellt und Exkursionen dorthin durchgeführt, von den Windkraftanhängern aus Munderfing bis zu GRÜNEN des Bezirkes Braunau.

Auch bei der Auseinandersetzung um das mittlerweile abgeblasene Windkraftprojekt im Dunkelsteinerwald  wurde der Bevölkerung von Hafnerbach ein Ausflug zum Windkraftpark Sternwind angeboten. Noch jetzt findet man Eintragungen von dieser Exkursion im Internet.

Die Realität schaut allerdings anders aus! Der Stromertrag von Sternwind war im Jahre 2009 mit 24,7 Mio. KWh das schlechteste Ergebnis seit alle 7 Räder in Betrieb sind.

Der Durchschnitt der vier jährigen Betriebszeit ist 27,5 KWh p.a. Die bei der Projektierung erstellte Prognose lag mit 31,4 KWh um 14% höher.
Das heißt, die Einnahmen sind/wären um 14% geringer - und das bei feststehenden Errichtungskosten.
Ob genügend Reserven in die Wirtschaftlichkeitsrechnung von Sternwind eingebaut sind um einen Minderertrag in dieser Größenordnung auffangen zu können? Rechnet man aus obigem Durchschnittsertrag die Leistungsziffer so kommt man auf eine „Energiedichte“ von 638 KWh je m² und Jahr. An guten Windkraftstandorten im Osten Österreichs beträgt die Energiedichte 850 bis 1050 KWh/m², Jahr. Das gleiche Windrad an so einem Standort installiert bringt somit einen um 33 bis 65% höheren Stromertrag. -in windreichen Regionen der Erde wären es sogar bis zu 150% mehr!
So sieht es also beim Vorzeigeprojekt Sternwind derzeit aus.

Vergleichbar ist die Situation übrigens beim Windpark Tauernwind/Oberzeiring der über der Waldgrenze in rund 1800 m Höhe liegt, wo in den 5 Jahren Vollbetrieb erst einmal die pessimistische von drei Prognosestufen erreicht wurde und in den anderen Jahre der Stromertrag noch unter der pessimistischsten lag. Das wird jetzt im Internet nicht mehr so ausgewiesen aber ich habe das einmal ausgedruckt. Auch dort war ein Windkraftprojektant aus dem Bezirk Braunau am Werk. Allerdings sind hier wegen der großen Höhenlage und den unbewaldeten Almflächen die Windverhältnisse und die Energiedichte mit 920 KWh/m² pro Jahr doch wesentlich besser als bei Sternwind!

9 Reaktionen zu “Windkraft im Kobernaußerwald wirtschaftlich?”

  1. Andiam 12. Januar 2010 um 12:56 Uhr

    Was ist denn das für ein sinnloses und nichtssagendes Argument, und was soll das mit der Wirtschaftlichkeit der Windkraft im Kobernausserwald zu tun haben??:
    “Der Stromertrag von Sternwind war im Jahre 2009 mit 24,7 Mio. KWh das schlechteste Ergebnis seit alle 7 Räder in Betrieb sind.”
    Das heisst nur, dass 2009 generell ein windschwaches Jahr war, und so ist es nun mal….
    He, Leute, die WEA in Steiglberg (u die befindet sich im Kobernausserwald) läuft sehr gut, fragt da mal bei den Betreibern nach!
    Und auch wenn der Kobernausserwald jetzt nicht der windstärkste Standort Österreichs ist: ES GEHÖRT VERDAMMT NOCH MAL WAS GEMACHT FÜR UNSEREN PLANETEN!!! WINDKRAFT IST DA EINE SUPER SACHE!!! STÄNDIG GEGEN ALLES SCHIMPFEN BRINGT NIX!!!!
    Und ausserdem hängt die Wirtschaftlichkeit nicht vom Standort, sondern von unseren Politikern und vom Einspeisetarif ab….
    Und noch eins: Strom produziert man am besten dort, wo er benötigt wird. Erstens ist es für die Region wirtschaftlich sinnvoll (das investierte Kapital bleibt vor Ort), zweitens ist der Stromtransport mit erheblichen Verlusten und Kosten verbunden, was die Wirtschaftlichkeit im Weiteren erheblich senkt, drittens ist man in der Region unabhängig und nicht vom Wohlwollen jenes Landes abhängig, auf dessen Grund der Strom produziert wird.
    So long, Andi

  2. Admin Max Lembergeram 12. Januar 2010 um 14:05 Uhr

    Ja, es stimmt “Und ausserdem hängt die Wirtschaftlichkeit nicht vom Standort, sondern von unseren Politikern und vom EINSPEISETARIF ab….”

    … und wir brennen für die Verschandelung unserer Landschaft!

    Dass das eingesetzte Geld, für Einsparung eingesetzt, wesentlich besser angelegt ist, ist auch ein Faktum.

  3. Andiam 12. Januar 2010 um 16:34 Uhr

    Also wenigstens in einem Punkt sind wir einig, Energie einsparen ist in jedem Fall sinnvoller als auch die ökologisch und -nomischste Form der Produktion. Aber wie bitte schön wollen Sie das umsetzen, dass der Strombedarf unserer Gesellschaft plötzlich zurückgeht?

    Ich fände es super, wenn Sie Ihre Energien und Zeit für die Einsparung von Energie investieren würden, Sie hätten meine volle Unterstützung.

    “… und wir brennen für die Verschandelung unserer Landschaft!” ist mMn so nicht richtig…Die Menschen müssen verstehen dass Strom ein Luxusgut ist, welches nur durch die totale Ausbeutung der Ressourcen unserer Erde so billig ist. Dass das nicht so weitergehen kann muss ich wohl nicht weiter erklären. Durch Windkraft spart man ganzheitlich gesehen sogar eine Menge Geld, googeln Sie bitte mal nach “Merit Order” und denken Sie an die eingesparten Folgekosten (CO2-Zertifikate, und Folgekosten durch Klimaänderung mit Dürren, Überflutungen, Stürmen,…).

    Und was ist bitte schön Ihrer Meinung nach eine sinnvolle Art der Stromproduktion? Noch mehr Ausbau der Wasserkraft? Das kann doch ein Naturliebhaber auch kaum wollen…Da sind nämlich Flora und Fauna wirklich massiv betroffen.
    Oder PV? Viel teurer und braucht zur Herstellung viel mehr Energie als Windkraft, außerdem gibts auch da bessere Standorte als OÖ.
    Biomasse? Teurer als Windkraft, und die Konkurrenz zu Nahrungsmitteln, Monokulturen, energieintensive Dünger,…
    Von Atomkraft und Kraftwerken, welche mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, fang ich besser nicht an, da werd ich heut nicht mehr fertig….

    Auf jeden Fall Danke fürs Lesen, für Ihre Antwort und für die veröffentlichung meines blogs!

    Dass Ihnen Windräder nicht gefallen, versteh ich sogar. Aber meiner Meinung nach ist es ein kleiner Preis für die sichere und zukünftig billige Versorgung mit Strom, und vor allem dafür, dass auch Ihre Enkelkinder was vom Kobernausserwald haben (sofern Sie noch keine haben, beste Wünsche für die Zukunft)!

    Andi

  4. soellhammer franzam 12. Januar 2010 um 18:44 Uhr

    Beim lesen eines solch irrwitzigen “Chupze-Kommentares” wie diesen, von einem offenbar infantilen und den “Anglizismen” Verfallenen - “So long-Andi” verfaßt, hilft sehr gut ein Gang durch unseren winterlich frostig-kalten, schneebedeckten Kobernaußerwald und die Erkenntnis - seine Stille & Erhabenheit genießenzu dürfen und vor allem, bewahren zu wollen!!!

  5. Alois Litzlbaueram 13. Januar 2010 um 10:02 Uhr

    Ökologisches Denken ist in unserem heutigen Leben ein ganz wichtiger Faktor geworden
    um unsere Erde unserer Nachwelt so halbwegs zu erhalten.
    Der Name ÖKO bekommt dadurch auch eine Gewichtung, es ist ein In-Wort und man kann viel damit erreichen.
    Dies hat auch die Wirtschaft entdeckt und vieles kann man damit leichter Verkaufen, ähnlich auch wenn man es Bio bezeichnet.
    Aber wenn man genau schaut und den Produktionsweg mit einbezieht ist nicht überall ÖKO und BIO schlussendlich drinnen. zBsp. Energiesparlampen!
    Wer “Ökologie” will darf nebenbei nicht “Ökologie” zerstören, dieser Weg ist grundfalsch.
    Man glaubt auf der einen Seite was zu gewinnen, verliert aber auf der anderen Seite viel. Daher muss unser Naturreservat “Kobernaußerwald” geschützt und kein Windpark Industrieland daraus gemacht werden.
    Warum dürfen Windräder in keinem Nationalpark stehen wenn sie eh so vermeintlich naturbezogen sind?
    Warum wird bei Energieversorgung durch Windkraft nur Haushalte genannt und keine
    gewerbliche sowie industrielle Nutzung? Weil es für letzteres zu schwach sind und für ersteres eine höhere Zahl rauskommt.
    Warum sollen wir unseren schönen Kobernaußerwald opfern für die Energieverschwendung, speziell Einkaufszentren wo wenig dagegen getan wird.
    Will man hier entschuldigend mit Windenergie die Situationen verniedlichen.
    Mehrere tausend erwachsene Menschen in der Region sind gegen den Windpark im Kobernaußerwald und auch angrenzenden Hausruck,(mit Unterschrift) sind dies unmündige Personen?
    Wer den Kobernaußerwald direkt kennt, nicht von der Durchzugsstrasse aus! weis um das nahe Naturjuwel das hier nicht zerstört werden darf.

  6. Andiam 13. Januar 2010 um 11:29 Uhr

    Tja, wenn man fachlich und sachlich keine Ahnung hat, muss man wohl persönlich werden. Herr Soellhammer, solche Tiefschläge hätte ich nicht erwartet und finde ich auch nicht fair. Ich wollte eine fachliche Diskussion anzetteln und die Leute, die diese Homepage lesen zum Denken bewegen. Wenn Sie, Herr Soellhammer, dazu nicht in der Lage sind, bitte halten Sie sich zurück. Und viel Spaß im stillen, von RAG-Bohrstationen durchzogenem Kobernausserwald, aber die stören ja nicht, gell…

  7. Fritz Kozamam 13. Januar 2010 um 22:03 Uhr

    So lobenswert die Bemühungen um alternative Energien auch sind, - aber auch sie müssen ihre Grenzen haben! Und die fangen zum Beispiel dort an, wo sie, wie im Falle des geplanten Windparks Silventus, zu schweren Eingriffen in die Natur führen und zur dauerhaften Störung des Landschaftsbildes.
    Daher halte ich persönlich auch die Diskussion, ob die Windenergie im Kobernausserwald wirtschaftlich ist oder nicht für zweitrangig.
    Die Argumentation von LR Anschober im Gespräch mit Frau Schütz vom 24.7.2009 halte ich für absurd, er sagte nämlich: „Wegen der so lange fehlenden Raumordnung im Land ist die Zersiedelung so stark, dass WKA nur mehr auf den Waldhöhenrücken errichtet werden können.“
    Als „Grüne“ Antwort auf das Faktum Zersiedelung hätte ich mir erwartet: Daher werden wir alles tun, unsere Wälder und unsere noch! verbliebene schöne Landschaft zu schützen.
    Fährt man auf der Autobahn nach Berlin, sieht man unzählige Windkraftanlagen, aber keine im Bayrischen Wald und im Frankenwald. Hier sehen es die Verantwortlichen offensichtlich so, wie wir, die gegen die Windräder im Kobernausserwald sind, nämlich, dass im Wald Windräder nicht gebaut werden dürfen.
    Das Potential zum Energiesparen ist gewaltig, das wird uns gerade um Weihnachten und Neujahr besonders drastisch vor Augen geführt. Da habe ich dann immer den Eindruck, dass zwar viel und schön darüber geredet wird, aber in Wahrheit in vielen Köpfen noch nicht angekommen ist. Man denke, als kleines Beispiel nur, an die unzähligen Geräte die unnötigerweise mit Standby oder Akku auf den Markt kommen, damit etwas eingestellt oder angezeigt werden kann, was man nicht braucht. Jedes einzelne Gerät, - eh nur einige Watt. Übers Jahr gerechnet und auf ganz Österreich, ganz Europa bezogen ergibt das einen enormen Verbrauch. – Geringfügiges auf Geringfügiges gehäuft und oft genug wiederholt, ergibt auch einen Berg, hat einmal einer gesagt.
    Würden diese Einsparpotentiale an Unnötigem alle ausgereizt, könnten wir uns diese Diskussionen sparen.
    Die Selbstdeterminierung in Munderfing hat inzwischen, so scheint es, bereits kafkaeske Züge bekommen! Bei allem Respekt vor den Bemühungen um Energieunabhängigkeit würde ich sagen: Lehnt Euch einmal zurück und denkt nach, ob es, um sie zu erreichen, nicht bessere Möglichkeiten gibt als Windräder im Kobernausserwald.
    Keiner verliert sein Gesicht, wenn er von einem Irrweg abweicht!

  8. chris brandneram 14. Januar 2010 um 13:06 Uhr

    Die oben genannten sachlichen Argumente gegen Windkraft in ökologisch wertvollen Gebieten und jenen generell für Energieeinsparung finde ich sehr einleuchtend, sprechen wir dabei doch von gleichen Größenordnungen von Energiemengen, die eingespart bzw. produziert werden könnten. Diese Verhältnismäßigkeit fehlt bei dem Pro Windkraft Argument der dezentralen Erzeugung und damit der Verringerung der Übertragungskosten. Von der Sache her ist diese Überlegung richtig, aber die Übertragungskosten für Strom betragen nur einen Bruchteil seiner Produktionskosten. Wegen geringeren Übertragungskosten eine Produktionsweise zu befürworten, die um ein Vielfaches höhere Kosten verursacht als andere und dazu noch ökologisch wertvolle Gebiete zerstört, ist abwegig. An der obigen Diskussion vermisse ich noch die sehr interessante Möglichkeit (Notwendigkeit) vorhandene Kraftwerke auf den neuesten Stand der Technik auf- bzw. umzurüsten. Dies erhöht deren Wirkungsgrad zT. erheblich. Die damit erzeugbare zusätzliche Energiemenge ohne weitere oder sogar gesenkte Umweltbelastung übertrifft mE. die realistischerweise von Windanlagen in Österreich erzeugbare bei Weitem.

    Unbedingt unterstützen möchte ich noch ein Argument aus obigem Beitrag. Bei fortschreitender Zersiedelung unserer Landschaften bekommen die wenigen noch verbliebenen naturnahen Gebiete zunehmende Wertschätzung, Gewicht und Bedeutung, die nicht in Wirtschaftlichkeitskriterien ausdrückbar sind. Diese Gebiete haben neben hohen naturwissenschaftlichem Wert für viele Menschen eine enorme emotionale Bedeutung, das macht die Diskussion über deren Nutzung so schwierig, noch dazu, wenn ein Teil der Argumente pro Windkraft auch ausschliesslich emotional ist.

  9. Andiam 19. Januar 2010 um 13:05 Uhr

    Hier sind schon einige gute Ideen und Beiträge zu lesen! Zb über die Vor- u Nachteile zentraler u dezentraler Stromproduktion könnte man lange diskutieren, geschieht zurzeit eh oft genug im Zuge des “Desertec” - Projekts, ich denke mein Standpunkt ist klar.
    Auch das Repowering vorhandener Kraftwerke ist ein guter Vorschlag, wird aber nicht reichen um unseren wachsenden Energiehunger zu stillen und ist auch mit enormen Kosten verbunden, vor allem wennn das Kraftwerk noch nicht lang läuft.
    Vom Energiesparen kann man viel und schön reden und es steckt sicherlich ein riesiges Potential dahinter, vor allem beim Heizen. Aber leider passiert da ausser Alibiaktionen wie die Energiesparlampe nix. Und den verbleibenden Strombedarf muss man trotzdem decken.
    Auch die Zersiedelung unserer Landschaft ist mMn ein großes Problem, es wird nicht nur immer schwieriger für den Menschen Erholungsraum zu finden, es wird auch immer schwieriger geeignete Standorte für Windenergieanlagen (oder Kraftwerke anderer Art) zu finden. Aber da hat die Raumordnung versagt.
    Doch eines stört mich: Warum ist immer die Rede davon, dass Windräder den Kobernaußerwald “zerstören”? Windräder sind ja keine Monster. Im Gegenteil wurden sie erschaffen um den Menschen zu dienen und nützen. Die stehen da doch nur rum und drehen sich, da muss man doch keine Angst davor haben. Sicherlich mag der Anblick manche stören, doch einen negativen Einfluss auf das Ökosystem Kobernausserwald haben Windräder nicht, im Gegenteil: langfristig wirken sie dem Klimawandel entgegen. Die Rohdungsflächen für Windräder sind relativ klein, ein Fußballfeld ist mehr als fünf mal so groß wie die Rohdungsfläche für ein Windrad. Auch die Tierwelt gewöhnt sich schnell an die neue Situation, wurde auch schon in diversen Studien bewiesen. Auch Vogel- u Fledermausschlag kommt so gut wie nicht vor. Die Auswirkung auf die Ökologie des Kobernaußerwaldes sind minimal, mit denen der RAG-Aktivität und der Forstwirtschaft nicht vergleichbar. Auch nach dem Abbau der Windräder bleibt nichts zurück.

    Wie bereits gesagt, ich verstehe es voll und ganz wenn sich manche an dem Anblick von Windrädern stören, mich stört es auch dass im Wald überall gerodet wird und dass überall Erdgas - Pumpstationen sind.
    Doch ist es das veränderte Landschaftsbild wirklich wert, ein ökologisch sinnvolles Projekt zu verhindern? Vielleicht sollten wir alle unsere wahren Beweggründe überdenken…ob da nicht noch was anderes dahintersteckt….